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EHEC

EHEC

Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) sind bestimmte pathogene Stämme des Darmbakteriums Escherichia coli (E. coli), die beim Menschen gefährliche, blutige Durchfallerkrankungen auslösen können.

Erreger

E. coli ist ein ubiquitäres gramnegatives Stäbchenbakterium, welches häufig Durchfallserkrankungen verursacht. Es gibt zahlreiche serologisch unterscheidbare Stämme, die nach ihrer krankmachenden Potenz eingeteilt werden. Außer den hier behandelten EHEC, die 1977 erstmals beschrieben wurden, gibt es enteropathogene E.coli (EPEC), enterotoxinbildende E.coli (ETEC), und enteroinvasive E.coli (EIEC). Enterohämorrhagische Escherichia-coli (EHEC)-Bakterien haben mehrere Besonderheiten, die ihre krankmachende (pathogene) Potenz erhöhen: Sie können sich durch ein spezielles Hüllenprotein (Adhäsin) an die Epithelzellen der Darmwand anheften. Zweitens hesitzen sie durch eine Phageninfektion ein Gen für die Produktion eines Toxins, welches Änhnlichkeit mit dem neurotoxischen und nekrotisierenden Toxin von Shigella dysenteriae hat und als Shiga-Toxin oder auch Vero-Toxin (Verozellen = Affennierenzellen) bezeichnet wird. Schließlich produzieren die EHEC-Stämme auch noch ein plasmidkodiertes Hämolysin (Blutzellen-zerstörendes Toxin). Auf die 3 häufigsten Serogruppen 0157, 0103 und 026 verteilten sich fast 60% der Erreger. Die krankmachenden EHEC gelten nur als Untermenge der "Shigara-Toxin-bildenden E. coli, STEC" (synonym "Vero-Toxin-bildende E. coli, VTEC"), d.h. es soll auch nicht-pathogene, aber toxinbildende Stämme geben. Da alle bisher beim Menschen gefundenen VTEC auch pathogen wirken, ist diese Unterscheidung umstritten. Potentiell ist jeder STEC/VTEC-Stamm ein EHEC-Stamm.

Ansteckung

Der Erreger und die von ihm verursachten Infektionserkrankungen treten weltweit auf. Das Hauptreservoir des Erregers bilden Wiederkäuer, vor allem Rinder, aber auch Schafe und Ziegen. Der Erreger kann mit der Nahrung, insbesondere mit rohem Fleisch oder Rohmilch, aufgenommen werden; über fäkalienverseuchtes Trink- und Badewasser. Außerdem ist eine direkte Ansteckung möglich. Bisher wurde eine Vielzahl von Vehikeln für menschliche Infektionen nachgewiesen: z. B. Rinderhackfleisch, Salami, Mettwurst, Rohmilch, nicht pasteurisierter Apfelsaft, Salat, Sprossen, Bade- und Trinkwasser . Eine Übertragung durch direkte Tier-Mensch-Kontakte (z. B. in Streichelzoos oder bei Besuchen landwirtschaftlicher Betriebe) ist möglich. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde in Familien, Kindertagesstätten, Altenheimen und Krankenhäusern nachgewiesen. Bereits ca. 100 Bakterien genügen für eine Ansteckung.

Epidemiologie

Seit die bundesweite Meldepflicht 1998 eingeführt wurde, zeigt sich ein kontinuierlicher Anstieg der Meldezahlen, hierbei spielt jedoch vermutlich auch eine zunehmend vollständigere Erfassung der Erkrankungsfälle eine Rolle. Mehr als die Hälfte der übermittelten Fälle betraf Kinder unter 5 Jahren. Die geographische Verteilung der Erkrankungen variiert stark. Die Flächenbundesländer mit den höchsten Inzidenzen sind Bayern, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen. Nur in knapp der Hälfte der übermittelten Fälle liegen Angaben zur Serogruppe vor, daher haben diese Zahlen zur Epidemiologie der unterschiedlichen Serogruppen in Deutschland nur eine begrenzte Aussagekraft. Auf die 3 häufigsten Serogruppen 0157, 0103 und 026 verteilten sich fast 60% der Erreger mit Angaben zur Serogruppe . Etwa 15% der Fälle wurden im Rahmen von Häufungen übermittelt. Auch zur Epidemiologie der EHEC-Infektionen besteht noch erhebhcher Forschungsbedarf.

Krankheitsverlauf, Komplikationen

Eine Infektion kann frei von Symptomen verlaufen. Andernfalls tritt nach einer Inkubationszeit von typischerweise 1-3 Tagen, vereinzelt aber auch bis zu 8 Tagen, eine Gastroenteritis auf, die sich zu einer enterohämorrhagischen Colitis entwickeln kann. Die Toxine zerstören die Zellen der Darmwand und der Blutgefäßwände. Als schwere Komplikation von EHEC-Darminfektionen ist auch das enteropathische hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) mit oder ohne neurologische Komplikationen möglich (meldepflichtig!). Ein HUS kann in etwa 85% der Fälle auf eine EHEC/ STEC-Infektion zurückgeführt werden, kommtaber auch bei Shigellen oder anderen Erregern vor. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass die thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP), die üblicherweise auch in diesem Zusammenhang genannt wurde, ein anderes Krankheitsbild mit unterschiedlicher Ursache ist, deshalb wird sie durch die amtliche Statistik nicht mehr erfasst und auch hier nicht mit aufgeführt. Im Jahr 2001 wurden 64 Fälle von HUS an das Robert-Koch-Institut in Berlin übermittelt, im Jahr 2002 waren es mit 114 fast doppelt so viel, 2003 waren es 81 Fälle. Zu dem Anstieg der Fallzahlen im Jahr 2002 trugen zwei überregionale Häufungen von HUS-Erkrankungen bei, die in Zusammenarbeit zwischen dem RKI und den betroffenen Landesgesundheitsbehörden untersucht wurden. Beide Häufungen wurden durch die sonst sehr selten festgestellte "Sorbitol-fermentierende Variante" von EHEC 0157: H- verursacht, die bereits 1988 und 1996 zu Ausbrüchen in Bayern geführt hatte. Eine im Dezember 2002 durchgeführte Fallkontrollstudie ergab Hinweise auf einzelne Produkte als mögliche Risikofaktoren (selbst gepresster Apfelsaft und ein Joghurtprodukt); die definitive Ursache des Ausbruchs konnte jedoch nicht geklärt werden. Die Ausscheidung der Bakterien erfolgt typischer Weise über einen Zeitraum von 5-20 Tagen, kann sich insbesondere bei Kindern jedoch auch über mehrere Monate erstrecken. Selbst bei symptomlosen verlauf ist in dieser Zeit eine Ansteckung anderer Personen möglich.

Therapie

Eine Bekämpfung des Erregers durch Antibiotika ist nicht erfolgversprechend, da schnell Resistenzen auftreten, die Ausscheidung der Bakterien verlängert oder der Krankheitsverlauf durch eine erhöhte Toxinbildung verschlimmert werden kann. Die Behandlung erfolgt symptomorientiert. Die Komplikationen (HUS und TTP, s.o.) müssen intensiv behandelt werden, z.B. durch Blutwäsche.

Meldepflicht

In Deutschland sind der Verdacht oder Nachweis einer EHEC-Infektion nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig, wenn entweder a) ein HUS vorliegt, b) zwei oder mehr Personen erkrankt sind, oder c) ein Erkrankter im Lebensmittel- oder Gaststättengewerbe tätig ist. Laborärzte müssen jeden Nachweis eines EHEC-Stammes bei der zuständigen Behörde (Gesundheitsamt) unverzüglich melden.

Quellen


- [http://www.gapinfo.de/gesundheitsamt/alle/seuche/infekt/bakt/ehec/ EHEC-Informationen des Gesundheitsamtes Garmisch-Partenkirchen], auf dieser Seite:
  - [http://www.gapinfo.de/gesundheitsamt/alle/seuche/infekt/bakt/ehec/mb/ Merkblatt für Ärzte: EHEC-Infektionen], Robert-Koch-Institut
  - [http://www.gapinfo.de/gesundheitsamt/alle/seuche/infekt/bakt/ehec/rg/ Ratgeber: Infektionen durch EHEC], Robert-Koch-Institut Kategorie:Gastroenterologie Kategorie:Mikrobiologie Kategorie:Archaeen und Bakterien Kategorie:Meldepflichtige Krankheit

Pathogen

Pathogen (griechisch pathos = Krankheit, genein = entstehen) bezeichnet die Eigenschaft eines belebten Objekts, als Krankheitserreger zu fungieren. Den Menschen betreffende Krankheitserreger werden als humanpathogen bezeichnet. Darunter fallen beispielsweise bestimmte Viren wie das HIV (AIDS) oder verschiedene Influenza-Viren (Grippe), Bakterien wie beispielsweise Borrelia burgdorferi (Borreliose) oder das Cholerabakterium (Vibrio cholerae). Die Idee der Pathogenität von Mikroorganismen entstand zum Ende des 18. Jahrhunderts hin. In dieser Zeit wurde der Streit zwischen Kontagionisten, also Vertretern der Idee der ansteckenden Krankheiten, und Antikontagionisten zugunsten ersterer entschieden. Die Übertragbarkeit von Krankheiten durch pathogene Organismen wird schulwissenschaftlich nicht angezweifelt. Seltener findet der Begriff Psychopathogenität als Eigenschaft inhumaner Inhalte und Dogmen verschiedener Religionen und Ideologien Verwendung. In Analogie zur Pathogenität ist es ihre Eigenschaft, "krankheitserregend" dem Geist gegenüber zu wirken.

Siehe auch

Desinfektion, Händedesinfektion Kategorie:Hygiene Kategorie:Infektionskrankheit Kategorie:Mikrobiologie

Gramfärbung

Die Gram-Färbung ist eine Methode zur differenzierenden Färbung von Bakterien. Sie ist nach dem dänischen Arzt und Bakteriologen Hans Christian Gram benannt, der sie ca. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte. Verschiedene Bakterien reagieren auf diese Färbung unterschiedlich. Daraus folgt eine Einteilung in sog.
- Gram-positive Bakterien, die nach dem Färbegang violett/blau erscheinen, und
- Gram-negative Bakterien, die rot gefärbt werden. Dies ist ein wichtiges Kriterium für die Unterscheidung verschiedener Bakterien nach der Struktur ihrer Zellwand.
Bedeutend ist das Färbeverfahren z.B. bei der Diagnostik von Infektionskrankheiten. "Gram-positive" und "Gram-negative" Bakterien reagieren unterschiedlich auf Antibiotika. Mit dieser schnellen diagnostischen Methode kann man in kurzer Zeit (ca. 5 Minuten) anhand eines Abstriches das "Gramverhalten" der Bakterien bestimmen. Damit hat man die Möglichkeit, sofort mit einer antibiotischen Therapie zu beginnen, bevor das Ergebnis der oft mehrere Tage dauernden definitiven Keimbestimmung vorliegt.

Methode der Gram-Färbung

Die Färbung setzt sich aus den drei Stufen Färben-Entfärben-Gegenfärben zusammen. In der ersten Phase wird mit Karbol-Gentianaviolett eingefärbt, wodurch alle Bakterien, grampositive wie auch gramnegative, gefärbt werden. Durch eine nachfolgende Behandlung mit Lugol-Lösung bilden sich größere Komplexe, die Bakterien erscheinen dunkel blau-violett. Die entscheidende zweite Phase bestimmt nun, ob die Bakterien als gram-positiv oder gram-negativ zu klassifizieren sind: Bei einer Behandlung mit Alkohol werden Gram-negative Bakterien, die eine dünnere Mureinschicht in ihrer Zellwand besitzen, wieder entfärbt und sind nun farblos, Gram-positive Bakterien werden dagegen durch Alkohol nicht entfärbt, weil ihre dickere Mureinschicht die Komplexe zurückhält. Zur Darstellung der Gram-negativen Bakterien werden diese abschließend mit Carbolfuchsin gegengefärbt und erscheinen nun rot.

Andere Methoden zur Unterscheidung von Gram-positiven und Gram-negativen Bakterien

KOH-Test

Eine kleine Menge Bakterienmasse (von einer Agar-Kultur) wird in einem Tropfen KOH-Lösung suspendiert. Bei Gram-positiven Bakterien führt die konzentrierte Lauge zu keiner Reaktion, zieht man eine Nadel durch das Gemisch, verhält es sich wie eine normale Flüssigkeit. Die Zellwand von Gram-negativen Bakterien dagegen ist zu dünn, um der Lauge Widerstand zu leisten. Die Zellen brechen auf, und die DNS wird freigesetzt. Wird die Nadel durch diese Lösung gezogen, zeigt sich aufgrund der erhöhten Viskosität durch die freigesetzte DNS eine Fadenbildung.

Aminopeptidasetest

Der Aminopeptidasetest beruht darauf, dass das Enzym L-Alaninaminopeptidase, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nur bei Gram-negativen Bakterien nachgewiesen werden kann. Eine kleine Menge der zu untersuchenden Bakterien wird in einem Reagenzglas in etwas sterilem, destilliertem Wasser suspendiert. Zum Nachweis dient ein Teststreifen, der die Peptidaseaktivität anzeigt, indem er sich nach 10- bis 35-minütiger Bebrütung bei 37°C sattgelb einfärbt. Kategorie:Mikrobiologische Färbung ko:그람 염색 zh-min-nan:Gram ní-sek-hoat

Serologie

Als Serologie bezeichnet man die Wissenschaft und Lehre von den Antigen-Antikörper-Reaktionen, soweit sie in vitro ablaufen. Sie ist demnach ein Teilgebiet der Immunologie. Die Serologie befasst sich unter anderem mit der Entwicklung von spezifischen Nachweisen von Antigenen und Antikörpern. Das ist möglich, weil die Antigen-Antikörper-Reaktionen sehr spezifisch sind. Damit wird einerseits die Identifizierung von Antigenträgern wie zum Beispiel Krankheitserregern ermöglicht. Andererseits können durch den spezifischen Nachweis bestimmter Antikörper im Blut Krankheiten diagnostiziert werden. Beispielsweise kann so eine Borreliose-Infektion nachgewiesen werden. Dem Verfahren zum Nachweis von Antikörpern sind jedoch Grenzen gesetzt aufgrund zweier zeitlicher Faktoren: Zum Einen muss der infizierte Organismus überhaupt mit der Bildung von Antikörpern begonnen haben, zum Zweiten müssen diese in ausreichender Konzentration vorliegen.

Siehe auch

Blutkörperchen, Blutserum, Heilserum, Blutgruppenserologie Kategorie: Labormedizin

Bakteriophage

Als Bakteriophagen oder einfach Phagen (von griechisch phagein: fressen) bezeichnet man eine Gruppe von Viren, die sich auf Bakterien als Wirtszellen spezialisiert haben. Diese Wirtsspezifität wird bei der taxonomischen Einordnung der Phagen zu Rate gezogen, man unterscheidet also zum Beispiel Coli-, Staphylokokken-, Diphtherie- oder Salmonella-Bakteriophagen u.a.

Geschichte

Phagen wurden 1917 von dem Kanadier Félix Hubert d'Hérelle erstmals beschrieben. Zwar hatte der Engländer Frederick Twort bereits 1915 an Staphylokokken-Kulturen Zersetzungsprozesse beobachtet, die auf die Einwirkung von Bakteriophagen zurückzuführen sind, jedoch wurde seine Veröffentlichung praktisch nicht beachtet. d‘Herelle stellte sich den Bakteriophagen als ein „ultravisibles, korpuskulares Lebewesen“ vor, das in einer Grundform existiere und sich an verschiedene Wirte, also Bakterien anpasse. Tatsächlich sind Bakteriophagen nach heutigem Wissensstand hochspezialisierte Parasiten, die an einen spezifischen Wirt gebunden sind. Die ersten Phagen, die untersucht wurden, waren sieben Phagen des Bakteriums Escherichia coli. Sie wurden in der Reihenfolge ihrer Entdeckung als Typ 1 (T1), Typ 2 (T2) und so weiter benannt.

Aufbau

Escherichia coli Bakteriophagen werden nach ihrer morphologischen Struktur, ihrem Erbmaterial und ihrem Wirt eingeteilt. So unterscheidet man DNA-Phagen mit einsträngiger DNA, so genannte ss-DNA-Phagen (von engl. single-stranded) und doppelsträngiger DNA, sogenannte ds-DNA-Phagen (von engl. double-stranded). Die hier exemplarisch behandelten Escherichia coli-Phagen der T-Reihe werden zu letzterer Gruppe gezählt. Sie zeichnen sich gegenüber anderen Bakteriophagen durch einen relativ komplexen Aufbau aus. Grundlegend setzen sich die sogenannten T-Phagen aus einer Grundplatte, einem Injektionsapparat und einem Kopf, dem so genannten Capsid zusammen. Die Grundplatte (die wie Capsid und Injektionsapparat aus Proteinen aufgebaut ist) ist mit Schwanzfibern und spikes besetzt, die der Adsorption auf der Wirtszellwand dienen. Der Injektionsapparat besteht aus einem dünnen Rohr, auch Schwanzrohr genannt, durch das die Phagen-DNA in die Wirtszelle injiziert wird. Das Rohr wird von einer kontraktilen Schwanzscheide umhüllt, die sich während der Injektion zusammenzieht. Das Capsid ist aus 20 gleichartigen, dreieckigen Proteinplatten, den Capsomeren, zu einem Ikosaeder aufgebaut und enthält die DNA des Phagen. Aufgrund dieses Aufbaus zählen die E. coli-T-Phagen zu den strukturell komplexesten Viren. Phagen mit einsträngiger DNA sind dagegen meist klein, sphärisch und schwanzlos oder filamentös. Die ebenfalls auftretenden RNA-Phagen bestehen meist (soweit bis zu diesem Zeitpunkt beschrieben) aus einer Proteinhülle, die ein einsträngiges RNA-Molekül umschließt. Der Durchmesser dieser Phagen beträgt etwa 25 nm, sie gehören also zu den kleinsten Phagen.

Vermehrung von Bakteriophagen

Viren benötigen mangels eines eigenen Stoffwechsels zur Reproduktion einen Wirt, im Falle der Bakteriophagen eine lebende (geeignete) Bakterienzelle. Die Reproduktion lässt sich in fünf Phasen untergliedern : # Adsorption an spezifische Zellwandrezeptoren, # Injektion der Phagen-DNA in die Wirtszelle, # Transkription des Virusgenoms, Translation der viralen mRNA, Replikation der Virusnukleinsäure und Entstehung von Virusbauteilen, # Zusammenbau zu reifen Phagenpartikeln, dem assembly, # Freisetzung der fertigen Viruspartikel durch Lysis der Wirtszelle. Allerdings verläuft die Vermehrung von Phagen nicht immer nach dem oben beschriebenen Schema ab: man unterscheidet lytischen und lysogenen Vermehrungszyklus beziehungsweise Infektionszyklus.

Anwendungsgebiete

Phagen haben in Medizin, Biologie, Agrarwissenschaften vor allem im Bereich der Gentechnologie ein breites Anwendungsspektrum gefunden. So verwendet man Phagen in der Medizin aufgrund ihrer Wirtsspezifität zur Bestimmung von bakteriellen Erregern. Dieses Verfahren nennt man Lysotypie. Aufgrund der immer häufiger auftretenden multiplen Antibiotikaresistenzen wird zurzeit intensiv an der Anwendung von Bakteriophagen als Antibiotika-Ersatz in der Humanmedizin geforscht. Probleme ergeben sich hierbei durch die geringe Stabilität von Phagen im Körper, da sie in recht kurzer Zeit durch Fresszellen als Fremdkörper beseitigt werden. Diese Anwendung von Phagen als Antibiotika-Ersatz wurde bereits 1916 von Felix d'Herelle entdeckt, wurde jedoch mit der Einführung der Chemotherapie per Antibiotika als unpraktisch erachtet und geriet in Vergessenheit. D'Herelle gründete 1934 in Georgien das Eliava-Institut für Phagenforschung, welches heute noch besteht. In der Gentechnik werden Phagen aufgrund des oben beschriebenen Phänomens der Temperenz als Vektoren benutzt. Hierzu werden Phagen so präpariert, dass ihrem Genom die Gene, welche die Virulenz hervorrufen, entnommen und durch Gene ersetzt werden, die für gentechnologische Belange interessant sind, wie beispielsweise Gene, die zur Insulinproduktion benötigt werden. Diese veränderten Phagen werden nun mit geeigneten Bakterien, zum Beispiel E. coli, in Kontakt gebracht. Nach einer Überprüfung, ob das gewünschte Gen in die Erbsubstanz des Bakteriengenoms integriert wurde (man bedient sich hierzu genexprimierter Antibiotikaresistenzen, die an die zu klonierenden Wunschgene angeschlossen werden) können die modifizierten Bakterienzellen weiterkultiviert werden und das in diesem Falle produzierte Insulin abgetrennt, gereinigt und für seine medizinische Verwendung abgepackt werden. Ähnlich werden Phagen in der Agrartechnologie zur Transduktion bestimmter Gene in Nutzpflanzen eingesetzt. Eine wichtige Anwendung in der Biotechnologie ist das Phagen-Display zur Isolierung neuer Wirkstoffe. Einfacher als die Nutzung von Phagen ist jedoch die Transformation freier DNA, die heutzutage überwiegend zum Transfer in die Bakterienzellen verwendet wird.

Weblinks


- [http://www.infochembio.ethz.ch/links/virol_bakteriophagen.html Linksammlung] Kategorie:Viren, Viroide und Prionen ja:ファージ

Toxin

Als das Gift (althochdeutsch Gabe) oder das Toxin (griechisch τοξίνη, toxíne - die giftige [Substanz]) bezeichnet man einen Stoff, der Lebewesen über ihre Stoffwechselvorgänge Schaden zufügen kann. Stoffwechsel Insbesondere von anderen Lebewesen ausgeschiedene Schadstoffe oder Abfallprodukte werden als Toxine bezeichnet. Die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Erforschung von Giften, ihrer Wirkung und deren Behandlung beschäftigt, ist die Toxikologie. Die Toxikologie befasst sich mit giftigen Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen. Der durch ein Gift angerichtete Schaden kann in vorübergehender Beeinträchtigung, dauerhafter Beeinträchtigung oder Tod bestehen. Nicht als Gifte werden Viren und Bakterien angesehen, die als Krankheitserreger bezeichnet werden. Ebenso gelten Substanzen oder Gegenstände, die ein Lebewesen ausschließlich mechanisch oder über Strahlung schädigen, nicht als Gift. In Landwirtschaft und Industrie werden Gifte als Pestizide zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt, insbesondere pflanzenschädigende Substanzen als Herbizide, auch Pflanzengifte genannt, sowie Fungizide gegen Pilze.

Giftigkeit

Grundsätzlich können alle dem Organismus zugeführten Stoffe oberhalb einer gewissen Dosis Schaden anrichten. Dies gilt sogar für unverzichtbare Substanzen wie Vitamine, Nährstoffe und Wasser. Paracelsus prägte den Satz „Alle Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist." Die Toxizität, also das Ausmaß der Giftwirkung in Abhängigkeit von der Dosis, wird von vielen Faktoren bestimmt. Dazu gehören
- die Galenik ("Zubereitung") des Toxins, eventuell die Mischung mit anderen Toxinen
- die Form der Verabreichung
- die Löslichkeit in Körperflüssigkeiten (insbesondere bei oraler Aufnahme)
- der zeitliche Verlauf der Aufnahme (akut, subakut, chronisch)
- Eigenschaften des Probanden, wie
  - der Gesundheitszustand, insbesondere der Zustand des Immunsystems
  - Geschlecht
  - Alter
  - Körpergewicht
  - eine mögliche Toleranz durch frühere Gaben des Toxins
- die Umgebungstemperatur
- die Absicht hinter der Zufuhr der Substanz Beispiele:
- Gift-"Cocktails", wie sie manchmal mit Mord- oder Suizidabsicht zusammengestellt werden, sind meist "giftiger" als die Summe der Einzelsubstanzen.
- Metallisches Quecksilber ist beim Verschlucken weniger giftig als bei der Inhalation der Dämpfe.
- Eine Dosis Ethanol, die im Laufe eines Abends (also subakut) in Form von Bier eingenommen und vertragen wird, kann bei akuter Zufuhr als Schnaps zu ausgeprägteren und eventuell gefährlichen Vergiftungserscheinungen führen. So kann die einzeitige Einnahme von 1 Liter Schnaps einen Erwachsenen töten. (Beispiel: tödliche Wetten Schnapsflaschen auf einmal leeren zu können in Kneipen kurz nach der Wende: Wettbetrag 100 DM)
- Die Einnahme von 10 Litern Wasser auf einmal (destilliert oder nicht) ist für einen Erwachsenen tödlich.
- Reine Sauerstoffatmosphäre kann für Neugeborene tödlich sein.
- Ein zum Beispiel durch Krankheit vorgeschädigter Organismus reagiert empfindlicher als der eines Gesunden.
- Eine Dosis Digitoxin, die bei einem Erwachsenen therapeutisch wirkt, kann für ein Kind oder einen älteren Menschen tödlich sein.
- Wiederholte Giftzufuhr führt bei vielen Substanzen zur Toleranzentwicklung. So gab es früher "Arsenesser", die zum Teil das Mehrfache einer gewöhnlich akut tödlichen Dosis von Arsenik (As2O3) ohne (akute) Beeinträchtigung zu sich nahmen. Ein näherliegendes Beispiel ist Heroin (ein Opioid), gegen das der Mensch ausgeprägt Toleranz entwickelt.
- Vergiftungen mit Schlafmitteln führen zum Teil über Störungen der Temperaturregulation mit Auskühlen des Organismus zum Tod. Wenn der Auskühlung entgegengewirkt wird (Bettdecke, Heizung), wird eine Überdosis unter Umständen vertragen, die im Freien tödlich gewesen wäre.
- Bei ansonsten gleichen Bedingungen wird eine Giftdosis, die in Suizidabsicht eingenommen wurde, eher zum Tod führen, als eine, die versehentlich oder in Mordabsicht zugeführt wird. Um dennoch die Giftigkeit (Toxizität) von Toxinen miteinander vergleichen zu können, müssen Tierversuche herangezogen werden. Die häufig angegebene LD50 zum Beispiel gibt an, welche Stoffmenge, bezogen auf das Körpergewicht, bei der Hälfte einer Versuchstierpopulation zum Tod führt. Dabei steht LD für letale Dosis. Das tödlichste bekannte Gift ist das Botulinumtoxin, welches unter anderem in verdorbenen Fleisch- und Wurstkonserven vorkommen kann.

Arten der Vergiftung

Je nach der Absicht der Giftzufuhr spricht man von akzidentellen (versehentlichen), suizidalen (Selbsttötung), homizidalen (Mord) und iatrogenen (im Rahmen einer Therapie mit Medikamenten aufgetretenen) Vergiftungen.

Giftwirkung

Gifte greifen an unterschiedlichen Rezeptoren im Organismus an. Häufig betroffene Organe bei akuten Vergiftungen sind die Leber (Hepatotoxine, zum Beispiel durch Paracetamol), die Niere (Nephrotoxine) und Gehirn und Nerven (Neurotoxine, zum Beispiel Senfgas und andere Kampfstoffe (VX, Sarin, Agent Red). Viele Gifte greifen in die innere Atmung ein, so zum Beispiel Nitrate und Kohlenstoffmonoxid, die das Hämoglobin blockieren, oder Kaliumcyanid (Cyankali), das die Sauerstoffabgabe im Gewebe behindert. Siehe auch: Antidot, Vergiftung

Einteilung von Giften

#Medikamente ##Psychopharmaka ##Hypnotika ## Analgetika/Schmerzmittel #Chemikalien ##Lösungsmittel/Flüssigkeitsgifte ##Säuren, Laugen ##Mineralölprodukte ##Blutgifte #Publikumsprodukte ##Insektizide ##Reinigungsmittel ##Kosmetika #Gase ##Kohlenmonoxid ##Kohlendioxid ##Reizgase #Drogen ##Alkohol ##Nikotin ##Koffein ##Opiate, Heroin ##Kokain ##Amphetamine #Nahrungsmittel ##Bakterien ##Giftpflanzen ##Giftpilze #Atemgifte

Einzelne Gifte


- Pflanzliche Gifte
  - Alkaloid Lycorin und Ambellin aus Belladonnalilie und Rittersterne Amaryllis
  - Nikotin aus der Tabakpflanze
  - Taxole von der Eibe
  - Digitoxin aus dem Fingerhut (Pflanze)
  - Strychnin aus dem Brechnußbaum
  - Coniin aus dem Schierling
  - Aconitin aus dem Eisenhut
  - Tropan-Alkaloide aus der Tollkirsche, dem Stechapfel, der Engelstrompete oder dem Bilsenkraut
  - Rizin aus Rizinus
  - Curare
  - Colchicin aus Herbstzeitlosen
- Pilz- und Bakteriengifte
  - Acromelalga
  - Amatoxine aus dem Knollenblätterpilz
  - Botulinustoxin (Clostridium botulinum)
  - Exotoxin A (Pseudomonas aeruginosa)
  - Shiga-Toxin (Shigella dysenteriae)
  - Vero-Toxin (Escherichia coli)
  - Mykotoxine aus Schimmelpilzen
- Tierische Gifte
  - Schlangengift
  - Bienengift etc.
  - Skorpionsgifte
  - Spinnengifte
  - Fischgift
  - Gift wirbelloser Meerestiere, etwa der Seewespe oder des Blaugeringelten Kraken
  - Froschgift
  - Amphibiengifte
  - Gift der männlichen Schnabeltiere.
- Chemische Gifte
  - Alkohol
  - Ammoniak
  - Beryllium
  - Cyanwasserstoff
  - DDT
  - E 605
  - Kaliumcyanid (Cyankali)
  - Kohlenstoffmonoxid
  - Schwefelwasserstoff
  - die meisten Schwermetalle, z.B. Arsen oder Plutonium
  - Phosphin
  - Alle Phenole
  - Methanol

Juristische Definition

Das Beibringen von Gift wird nach § 224 Abs. 1 Nr. 1 Alt. 1 StGB als gefährliche Körperverletzung bestraft. Nach herrschender Ansicht ist ein Gift jeder organische oder anorganische Stoff, der nach seiner Art, der beigebrachten Menge, der Form der Beibringung und der Körperbeschaffenheit des Opfers durch chemische oder chemisch-physikalische Wirkung die Gesundheit zu beschädigen geeignet ist. Beigebracht ist ein Gift dann, wenn eine Körper-Stoff-Beziehung hergestellt wurde.

Berühmte Vergiftungsfälle


- Sokrates starb durch einen Becher Schierlingskraut.
- Kleopatra ließ sich zwecks Selbsttötung von einer Kobra beißen, um der Gefangennahme durch Octavian zu entgehen.
- Der bulgarische Journalist und Dissident Georgi Markov wurde 1978 in London vermutlich von Geheimdienstagenten auf offener Straße mit einem Regenschirm angegriffen und in den Oberschenkel gestochen. Durch die Spitze des Schirms wurde eine Platin/Iridium-Kugel (Durchmesser 2mm), die mit Rizin präpariert worden war, durch einen Federmechanismus in den Oberschenkel "geschossen". Markov starb einige Tage später im Krankenhaus an den Folgen des Giftes.
- Wie mehrere Medien (u.a. Bayern 5 Radio) berichteten, konnte mittlerweile nachgewiesen werden, dass Wiktor Juschtschenko, der seit September 2004 an einer lebensgefährlichen Krankheit leidet, mit einem Dioxin vergiftet wurde.

Siehe auch


- Drogen
- Rauschgift
- Pilzvergiftung

Literatur


- Weilemann / Kelbel / Reinecke / Ritter-Weilemann: Giftberatung Pflanzen. 2000 ISBN 3-7741-0812-9
- Oliver Sauer, Sacha Weilemann: Drogen – Eigenschaften, Wirkungen, Intoxikationen. ISBN 3-87706-601-1
- L.S. Weilemann, H.J. Reinecke: Notfallmanual Vergiftungen. 1996 ISBN 3-13-102591-3
- Thomas Börner: Die Toxine der Cyanobakterien: Neue bioaktive Verbindungen. Biologie in unserer Zeit 31(2), S. 108 - 115 (2001), ISSN 0045-205X

Weblinks


- [http://www.giftpflanzen.com/gifte.html Über Gifte]
- [http://ralf.rebmann.bei.t-online.de/giftinfo.htm Giftnotrufzentralen in Deutschland] und weitere Informationen zu giftigen Pflanzen
- [http://www.giftinfo.de/ Giftinfo.de, Beratungsstelle bei Vergiftungen]
- [http://www.wikiservice.at/wikimed/wiki.cgi?chemische__und__biologische__Kampfstoffe Chemische und biologische Kampfstoffe]
- [http://www.onmeda.de/pharmakologie/giftstoffe/index.html "Giftstoffe" auf Onmeda.de]
- [http://mic-ro.com/plants/index_de.html Kontaktgiftige Pflanzen der Welt]
- [http://www.giftpflanzen.com Giftpflanzen-Kompendium]
- [http://www.boga.ruhr-uni-bochum.de/Giftpflanzen.html Giftpflanzen] ! Kategorie:Chemikaliengruppe Kategorie:Klinische Toxikologie ja:毒 simple:Poison

Shiga-Toxin

Shiga-Toxin ist ein cytotoxisches Protein, produzieert von Shigella dysenteriae, dem Erreger der Shigellosen oder Bakterienruhr. Mittlerweile existieren auch bereits Stämme von Escherichia coli, die dieses Toxin produzieren. Shiga-Toxin besteht aus zwei Untereinheiten, die über Sulfidbrücken miteinander verbunden sind. Die B-Untereinheit (7,6 kDa) bindet das Holotoxin an die Zelloberfläche. Daraufhin dringt die A-Untereinheit (28 kDa) in das Cytoplasma ein, wo es die Proteinsynthese hemmt. Wegen seiner Größe und seines chemischen Aufbaus zählt Shiga-Toxin zu den Lektinen. Kategorie:Chemische Verbindung Kategorie:Mikrobiologisches Gift Kategorie:Gift Kategorie:Klinische Toxikologie

Plasmid

Darstellung eines Bakteriums mit Plasmiden
Abb. 1: Schematische Darstellung eines Bakteriums mit Plasmiden.
(1) Chromosomale DNA. (2) Plasmide.
Schematische Darstellung eines Plasmids mit Antibiotika-Resistenz-Genen und einem ori
Abb. 2: Schematische Darstellung eines Plasmids mit
Antibiotika-Resistenz-Genen (1&2) und einem ori(3).
Vergleich von nicht integrierenden Plasmiden und Episomen
Abb. 3: Vergleich von nicht integrierenden Plasmiden (oben)
und Episomen (unten).
(1) Chromosomale DNA. (2) Plasmide.(3) Zellteilung.
(4) Chromosomale DNA mit integrierten Plasmiden.
Schematische Darstellung bakterieller Konjugation
Abb. 4: Schematische Darstellung bakterieller Konjugation.
(1) Chromosomale DNA. (2) Plasmide. (3) Pilus.
- 2

Plasmide sind kleine, ringförmige DNA-Moleküle, die neben der DNA (Desoxyribonukleinsäure) des "Bakterienchromosoms" (Kernäquivalents) innerhalb einer Bakterienzelle vorliegen können (Abb. 1). Sie kommen gewöhnlich nur in Bakterien vor, selten auch in Eukaryoten (z.B. als 2-Mikrometer-Ring in Saccharomyces cereviesiae). Ihre Größe beträgt zwischen 1 und 250 kbp
- 1
(tausend Basenpaare). Plasmide enthalten normalerweise ein oder zwei Gene, die für das Wirtsbakterium einen selektiven Vorteil, wie zum Beispiel eine Antibiotika-Resistenz, bedeuten. Jedes Plasmid enthält mindestens eine DNA-Sequenz, die als Origin of Replication (Startpunkt der DNA-Replikation) oder ori dient. Hierdurch kann das Plasmid unabhängig von der chromosomalen DNA dupliziert werden (Abb. 2). Episome sind Plasmide, die sich in die chromosomale DNA des Wirtsorganismus integrieren können (Abb. 3). Daher können sie für eine lange Zeit stabil bleiben, werden mit jeder Zellteilung des Wirts verdoppelt und können sogar zu einem integralen Bestandteil seiner DNA werden.

Arten von Plasmiden

Es gibt zwei grundlegende Gruppen von Plasmiden, konjugierende und nicht-konjugierende. Konjugierende Plasmide enthalten ein so genanntes tra-Gen, das die Konjugation, den sexuellen Austausch von Plasmiden zwischen zwei Bakterien, auslösen kann (Abb. 4). Nicht-konjugierende Plasmide haben diese Fähigkeit nicht, sie können zusammen mit konjugierenden Plasmiden während der Konjugation übertragen werden. Verschiedene Plasmidtypen können nebeneinander in ein und derselben Zelle existieren, in Escherichia coli z.B. bis zu sieben. Sind zwei Plasmide zueinander inkompatibel, wird eines von ihnen zerstört. Abhängig von der Fähigkeit, nebeneinander in derselben Zelle zu existieren, können sie also in Inkompatiblitätsgruppen eingeteilt werden. Die Klassifikation von Plasmiden kann durch ihre Funktion erfolgen. Es werden fünf Hauptklassen unterschieden:
- Fruchtbarkeits-(F)Plasmide(siehe F-Plasmid), die nur tra-Gene enthalten. Ihre einzige Funktion ist die Einleitung der Konjugation.
- Resistenz-(R-)Plasmide, die Resistenzgene gegen Antibiotika oder Gifte enthalten.
- Col-Plasmide, die Gene enthalten, die für Colicine (Proteine, die andere Bakterien töten können) kodieren (d.h.: deren Bauanleitung enthalten).
- Degradations-Plasmide, die den Abbau von ungewöhnlichen Substanzen, wie z.B. von Toluol oder Salizylsäure ermöglichen.
- Virulenz-Plasmide, die ein Bakterium zu einem Krankheitserreger machen. Eine besondere Art von Plasmiden stellen die sog. Ti-Plasmide (Tumor inducing) dar. Sie sind oft ein Bestandteil von bestimmten Bakterien (Agrobacterium tumefaciens oder A. Rhizogenes) und werden von diesen in Pflanzen übertragen. Dort verursachen sie die einzige bekannte Krebsart für Pflanzen.

Verwendung

Plasmide sind wichtige Werkzeuge der Molekularbiologie, Genetik, Biochemie und anderer biologischer und medizinischer Bereiche. Sie werden dann als Vektoren bezeichnet und dazu benutzt, um Gene zu vervielfältigen oder zu exprimieren. Viele der für diese Zwecke eingesetzten Plasmide sind kommerziell erhältlich. Sie leiten sich von den natürlich vorkommenden Plasmiden ab und beinhalten immer noch deren strukturelle Bestandteile wie den Origin of Replication. Außerdem wurden sie so verändert, dass sie leicht für Klonierungen verwendet werden können: Das zu vervielfältigende Gen wird in Plasmide eingefügt, die über ein Gen mit einer Antibiotika-Resistenz verfügen. Dann werden diese Plasmide in Bakterien eingebracht, die auf einem mit dem entsprechenden Antibiotikum behandelten Nährmedium wachsen. Es werden also nur die Bakterien überleben, die das Plasmid mit der Information für die Resistenz und damit auch das gewünschte Gen enthalten. Bakterien, die das Plasmid nicht aufgenommen haben, sterben durch das Antibiotikum ab. So wirkt das Antibiotikum als Selektionsmarker, der nur die Bakterien mit dem gewünschten Gen überleben lässt. Dies ist eine einfache und preiswerte Methode, um Gene oder deren Proteine in großen Mengen herzustellen - beispielsweise Insulin oder sogar Antibiotika. Soll ein DNA-Abschnitt auf einen Organismus (Bakterium, Pflanze, Tier, Mensch etc.) übertragen werden, können ebenfalls Plasmide als Überträger verwendet werden. Bei Tier und Mensch ist dieses Verfahren besonders bei Muskelzellen sehr erfolgreich, da derartige Zellen - im Gegensatz zu beispielsweise Nervenzellen - reine Plasmid-DNA aus der Umgebung aufnehmen. Wenn das für einen solchen Transfer vorgesehene Plasmid-Genmaterial noch zusätzlich in sogenannte Liposome verpackt wird, läßt sich die Transferrate deutlich erhöhen.

Plasmide unter dem Elektronenmikroskop

Plasmide kann man durch geeignete Verfahren, z.B. durch Färbung mit Uran-Atomen (BAC-Spreitung), im Elektronenmikroskop sichtbar machen. Die Ringstruktur des Plasmids in Form einer um sich selbst gewundenen DNA hat dabei topologische Konsequenzen. Die Plasmide können in drei verschiedenen Gestaltformen vorliegen. Die Supercoil Form ist die natürliche Konformation des Plasmides. Da die DNA-Doppelhelix um sich selber gewunden ist und sich in einem geschlossenen Plasmid nicht entwinden kann, entsteht eine Torsionsspannung, wodurch sich der Plasmid im Raum um sich selber krümmt. (der gleiche Effekt ist bei Telefonschnüren zu beobachten, die sich um ihre eigene Achse festwinden). Bei der offenkettigen Form ist einer der beiden DNA-Stränge an einer Stelle gebrochen wodurch sich der offene Strang frei um den fixierten drehen kann, dadurch entspannt sich die Torsionspannung, das Plasmid liegt offen vor. Bei der linearen DNA sind beide Stränge gebrochen, die Kreisstruktur ist aufgehoben. Transferrate
- 1
: DNA ist doppelsträngig, ihre Länge wird daher in komplementären Bausteinen oder Basenpaaren gemessen.

- 2
: Eine kurze, filamentöse Struktur bei konjugierenden Bakterien, die für den DNA-Austausch benutzt wird.

- 3
: Ein Gen zu exprimieren bedeutet, das Protein herzustellen, für welches das Gen kodiert.

Weblinks


- [http://www.i-s-b.org/wissen/broschuere/box4.htm www.i-s-b.org/wissen/broschuere/box4.htm] -- Plasmide als Werkzeuge der Gentechnik
- [http://www.accessexcellence.org/AB/GG/plasmid.html www.accessexcellence.org/AB/GG/plasmid.html] -- Cloning into a Plasmid
- [http://www.accessexcellence.org/AB/GG/inserting.html www.accessexcellence.org/AB/GG/inserting.html] -- Inserting a DNA Sample into a Plasmid Kategorie:Mikrobiologie ja:プラスミド

Ansteckung

Unter einer Infektion versteht man das aktive oder passive Eindringen, Anhaften und Vermehren von Krankheitserregern (Mikroorganismen) in einen Wirt (Makro-Organismus). Tritt durch die Vermehrung eine Schädigung des Wirtes mit entsprechenden Symptomen ein, entsteht aus der Infektion eine Infektionskrankheit. Der Wirt kann sich aber unter Umständen durchaus auch gegen die eingedrungenen Krankheitserreger wehren, ohne krank zu werden. Dann spricht man von einer inapparenten Infektion oder auch stillen Feiung. Solche inapparenten Infektionen können dennoch durchaus eine Immunität gegen weitere Infektionen mit dem gleichen Erreger hinterlassen.

Häufigkeit und geografische Verbreitung

Am häufigsten sind Virusinfektionen und bakterielle Infektionen, aber auch Pilzinfektionen, Infektionen durch Protozoen (Einzeller) oder Wurminfektionen kommen vor. Neuerdings hat man auch Prionen als Erreger entdeckt. Parasiten wie Flöhe, Läuse, Milben, Wanzen oder Zecken befallen den Körper an seiner Oberfläche (Parasitäre Infektion).

WHO Schätzung der Häufigkeit von tödlichen Infektionen

Pro Jahr
- Atemwegsinfektionen: 3,9 Millionen
- AIDS: 2,9 Millionen
- Durchfallerkrankungen: 2,1 Millionen
- Tuberkulose: 1,6 Millionen
- Malaria: 1 Million
- Masern: 0,8 Millionen
- Tetanus: 0,3 Millionen
- Keuchhusten: 0,3 Millionen
- Syphilis: 0,2 Millionen
- Meningitis: 0,16 Millionen
- Hepatitis: 130 000
- Schlafkrankheit: 50000 Das sind grobe Schätzungen, die auch genau in ihrer Definition hinterfragt werden müssen. An der akuten Hepatitis stirbt man eher selten. Die Folgen einer chronischen Hepatitis (Leberzirrhose, Leberkrebs) sind in Asien aber eine recht häufige Todesursache.

Kolonisation und Symbiose

Eine Infektion ist abzugrenzen gegen eine Kolonisation durch Bakterien und Pilze, die auf Haut und Schleimhäuten leben, ohne einzudringen. Diese Standortflora hält häufig krankmachende Keime fern. Bei geschädigter Haut oder Schleimhaut oder bei Immunschwäche können auch diese Keime eine Infektion verursachen (endogene Infektion), bleiben dabei aber relativ harmlos. Menschen benötigen Mikroorganismen zum Abbau der Nahrung im Darm, so wie manche von diesen den Menschen brauchen, um sich zu ernähren und zu vermehren (Symbiose). Meist bleibt diese Symbiose im Gleichgewicht und schadet dem menschlichen Organismus nicht. Es gibt aber Keime, die aus diesem Gleichgewicht ausbrechen und dann gefährlich werden.

Pathophysiologie

Infektionen entstehen, wenn Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Pilze, Einzeller (Protozoen), Parasiten oder Prionen in den Körper eindringen, anhaften, sich in ihm Vermehren und eine Reaktion der körpereigenen Abwehr (Immunsystem) auslösen. Ob es zu einer Vermehrung der Keime kommt und wie heftig die Infektion verläuft, hängt vom Verhältnis zwischen dem Keim ("Gast") und dem Immunsystem des Menschen (Wirt) ab. An den Wirt angepasste Krankheitserreger schaden ihm meist nicht sehr, denn sie benötigen ihn für ihre eigene Wandlung oder Vermehrung. Ein schwerer Infektionsverlauf mit hoher Sterblichkeit (Letalität) ist zumeist ein Anzeichen dafür, dass der verursachende Erregern noch nicht an den betreffenden Organismus als seinen Reservoirwirt angepasst ist. Bei den meisten Erregern ist für eine Infektion eine bestimmte Anzahl notwendig (Minimale Infektionsdosis), die in den Körper gelangen muss.

Einteilung


- ; Primärinfektion: Meint eine erstmalige Erregerübertragung, also den ersten Kontakt eines Organismus mit einem Krankheitserreger.
- ; Sekundärinfektion: Bezeichnet eine Erregerübertragung, die nach der Erstinfektion zusätzlich und mit anderen Erregern erfolgt. Es kommt zu einer Art Superinfektion mit mehreren Erregern, die das Immunsystem vor Probleme stellen können und auch die Therapie und Medikation erschweren. Der Verlauf einer solchen Erkrankung ist zumeist heftiger und zeigt vielfältige Symptome.
- ; Doppelinfektion: Bezeichnet eine gleichzeitige Erregerübertragung mit zwei verschiedenen Erregern. Grundsätzlich können Infektionen nach verschieden Gesichtspunkten eingeteilt werden:

Unterscheidung nach Krankheitserregern:

Nach ätiologischen Gesichtspunkten werden unterschieden:
- Virusinfektion
- Viruidinfektion
- Bakterielle Infektion
- Prioneninfektion
- Protozoeninfektion
- Wurminfektion
- Parasitäre Infektion
- Pilzinfektion

Unterscheidung nach Herkunft der Erreger:


- ; endogene Infektion: ist eine Erregerübertragung bei geschwächtem Immunsystem durch die körpereigene, normalerweise völlig harmlose Flora in Form eines Erregereinbruchs z. B. auf der Haut oder aus Magen, Darm und Lunge in den eigenen Körper (wie eine Wundinfektion durch eigene Kolibakterien).
- ; exogene Infektion: ist eine Erregerübertragung durch Infektionserreger aus der Umgebung.
- ; nosokomiale Infektion, auchiatrogene Infektion: ist eine Erregerübertragung, die in der ärztlichen Praxis oder im Krankenhaus erworben wird. Durch unbeabsichtigtes Einbringen von Erregern bei der Durchführung medizinischer Eingriffe wie durch Katheter oder Intubation, oder durch eine therapeutisch bedingte Beeinträchtigung der Abwehr des Patienten, wird dieser infiziert. Derartige Infektionen zeichnen sich dadurch aus, dass die typischen bakteriellen Erreger aus dem Bereich Arztpraxis oder Krankenhaus - wie z. B. Pseudomonaden - eine hohe Resistenz gegenüber nahezu allen gebräuchlichen Antibiotika zeigen. Der Mediziner unterscheidet bei den nosokomialen Infektionen solche, die im Krankenhaus erworben wurden (Symptome frühestens 48 h nach Aufnahme) von anderen, ambulanten Infektionen.
- ; Polymer-assoziierte Infektion: ist eine Erregerbesiedlung von Kunststoffoberflächen bei Kathetern, künstlichen Herzklappen oder künstlichen Gelenken.

Einteilung nach dem Infektionsweg


- Tröpfcheninfektion
- Kontakt- oder Schmierinfektion
- Infektion über Austausch von Körperflüssigkeiten
- Infektion über Blut saugende Insekten

Unterscheidung nach Übertragbarkeit der Erreger:


- ; direkte Infektion: eine Erregerübertragung von Mensch zu Mensch ohne Zwischenschritte auf exogene Art und Weise (siehe oben Infektionswege der exogenen Infektion)
- ; indirekte Infektion: die Erregerübertragung von einem Wirt mittels Überträger (Vektor) als Zwischenschritt, wie beispielsweise durch blutsaugende Insekten auf den nächsten Wirt

Unterscheidung nach Eintrittspforte der Erreger:


- ;enterale Infektion: eine Erregerübertragung, bei der die Krankheitserreger über den Darm als Eintrittspforte in den Organismus eingedrungen sind. Der gesamten Verdauungstrakt (Mund, Rachen, Speiseröhre, Magen und der gesamte Darm) wird als das Innere eines Tunnels betrachtet, das selbst nicht zum Körperinneren gezählt wird. Der exakte Ort, an dem die Infektionserreger in das eigentliche Körperinnere eindringen, gilt als Eintrittspforte.
- ;parenterale Infektion: eine Erregerübertragung, bei der die Krankheitserreger nicht über den Darm in den Organismus eingefallen sind.
Hier werden folgende Infektionsarten unterschieden: :
- perkutane Infektion: Die Erreger gelangen über die Haut in den Organismus. :
- permuköse Infektion: Die Erreger gelangen über die Schleimhäute in den Organismus. :
- Inhalationsinfektion: Die Erreger gelangen über die Atemwege in den Organismus. :
- urogenitale Infektion: Die Erreger gelangen über den Harntrakt in den Organismus. :
- genitale Infektion: Die Erreger gelangen über die Geschlechtsorgane in den Organismus. :
- intrauterine Infektion: Die Erreger gelangen von der Gebärmutter in den Körper des werdenden Kindes.

Unterscheidung nach Ausdehnung der Infektion:

;
- Lokalinfektion: eine Erregerübertragung, bei der die Erreger dort verbleiben, wo sie den Körper zuerst infiziert haben (Eintrittspforte). Sie verursachen nur an dieser Stelle Symptome, ohne sich im Organismus weiter zu verteilen. ;
- zyklische Allgemeininfektion: eine Erregerübertragung, bei der die Erreger sich zuerst an einer Eintrittspforte vermehren und dann über das Blut zu ihren eigentlichen Manifestationsorganen (Befallsorganen) gelangen. Das sind oft die Leber, Milz, lymphatische Organe, die Haut oder das Nervensystem. An der Eintrittspforte sind die Erreger dann nicht mehr nachweisbar. ;
- fokale Infektion (Herdinfektion): eine nach einer lokalen Erregerübertragung durch Bakterien, besonders durch Streptokokken, auftretende nachfolgende (sekundäre) Erkrankung. Die Erreger gelangen von einem Ausgangsherd, der durch eine lokale Infektion im Körper entstanden ist, mit Verzögerung durch septische Metastasierung oder schubweise Ausschüttung aus diesem Ausgangsherd über den Blutkreislauf in entferntere Körperregionen oder Organe und verursachen dort entzündliche oder auch allergische Krankheitsabläufe.

Unterscheidung nach Symptomauffälligkeit bzw. Immunität und Abwehrkraft des befallenen Organismus:


- ; stumme Infektion oder inapparente Infektion: Eine Erregerübertragung bei der es nicht zum Ausbruch der Krankheit kommt (klinisch nicht manifest, symptomlos). Eine solche Infektion findet vor allem dann statt, wenn es einem gesunden und abwehrstarken Immunsystem gerade bei an den Meschen angepassten Erregern mit dem Menschen als Reservoirwirt gelingt, nach einer Infektion das Auftreten von Krankheitsanzeichen zu verhindern, so dass lediglich eine stille Feigung (Immunisierung ohne Impfung oder Erkrankung) stattfindet.
Die stummen (inapparenten) Infektionen werden wie folgt unterteilt: :
- ;subklinische Infektion: Bei dieser Erregerübertragung überwiegen die Abwehrmechanismen und verhindern ein Ausbrechen der Krankheit. Durch Ausbildung einer sterilen Immunität oder einer kurzfristigen Resistenzsteigerung oder Immunitätsbildung wird der jeweilige Erreger eliminiert. Daher ist diese Infektionsart zeitlich begrenzt. :
- ;persistierende Infektion: Damit bezeichnet man eine Erregerübertragung, bei der der in einen Organismus eingedrungene Erreger zeitlich unbegrenzt mit dem Wirt zusammenlebt, sich in seinem Organismus nur wenige und nicht produktive Erreger neu bilden und sich auch keine Krankheitszeichen entwickeln.
Diese Infektionsart kann für den Wirtsorganismus die Ausbildung einer Immunität oder Interferenz (hier Aufhebung der Infektion), eine Steigerung der erregerunspezifischen Immunabwehr, die Bildung von Interferon oder eine Stimulierung der Lymphozyten bewirken.
Durch negative Beeinflussung dieser Mechanismen z. B. in Form von Stress oder Immunsuppression (Unterdrückung des Immunsystems wie z. B. mit Medikamenten nach Organtransplantation) kann die persistierende Infektion jedoch zur Infektionskrankheit mit klinisch auffälligen Symptomen werden.
Die persistierenden Infektionen werden unterteilt in: ::
- ;latente Infektion: Bei dieser Erregerübertragungsart besteht ggf. zeitlich unbegrenzt solange ein Gleichgewicht zwischen Wirt und Erreger, bis einer von Beiden überwiegt und es entweder zum Ausbrechen der Infektionskrankheit oder aber zur Eliminierung (Abtötung) des Erregers kommt. ::
- ;tolerierte Infektion: Bei dieser Erregerübertragungsart kann sich der meist intrauterin (in der Gebärmutter) erworbene Erreger vermehren und auch anschließend während des ganzen Lebens ausgeschieden werden. Der Wirt erkrankt jedoch nicht, es sei denn, seine Immuntoleranz geht verloren. ::
- ;okkulte bzw. maskierte Infektion: Darunter versteht man eine versteckte Erregerübertragung, bei der eine Erregerinvasion stattgefunden hat, jedoch die in einen Organismus eingedrungenen Erreger weder direkt noch indirekt nachweisbar sind. Das Vorliegen einer solchen Infektion kann beim Menschen durch Symptome ungeklärter Ursache wie Schmerzen und Fieber vermutet werden. Ein weiteres Kennzeichen einer solchen Infektion ist ein zeitweiliger oder dauerhafter Verlust der Übertragbarkeit des Erregers (hier: Virus) trotz der fortdauernden Anwesenheit (Persistenz) seines Genoms in der Wirtszelle und seiner möglichen Übertragung auf Tochterzellen bei einer Zellteilung.
So wird z. B. eine Hepatitis B Virus (HBV)-Infektion beim Menschen mit nicht nachweisbarem Hepatitis B-Antigen (HbsAg) als eine okkulte Infektion bezeichnet [http://hepatitis-c.de/abstract/240.htm].
- ; abortive Infektion: Eine Erregerübertragung mit nur leichten Krankheitserscheinungen
- ; manifeste Infektion oder apparente Infektion: Eine Erregerübertragung mit deutlichem Ausbruch der Infektionskrankheit (klinisch manifest)
- ; opportunistische Infektion: Eine Erregerübertragung bei schon erkrankten Menschen mit Immunschwäche, die bei gesunden Menschen mit normalem Immunsystem nicht zu einer Erkrankung führen würde. Die Erreger machen sich hierbei die erworbene Abwehrschwäche des Körpers zunutze.

Infektionsattribute nach zeitlichem Ablauf der Krankheitserscheinungen:

# foudroyant, perakut, schnell und gefährlich, da nachfolgend schwerer, oft tödlicher Krankheitsverlauf. # akut, plötzlich beginnend, heftige Auswirkungen # subakut, weniger heftig # chronisch, allmählich beginnend, sich länger erstreckend # rezidivierend, sich wiederholend mit dem selben Erreger # latent, über einen langen Zeitraum mit dazwischenliegenden, klinisch stummen Phasen.

Unterscheidung nach anderen systematischen Gesichtspunkten:


- ; Horizontale Infektion: ist eine Erregerübertragung von Wirt zu Wirt der gleichen Generation.
- ; Vertikale Infektion: ist eine Erregerübertragung von einem Wirt zu seinen Nachkommen: :
- ; Pränatale oder transplazentare Infektion: bezeichnet die Erregerübertragung vor der Geburt (intrauterin) über den Mutterkuchen (Plazenta). :
- ; Perinatale Infektion: bezeichnet die Erregerübertragung während der Geburt. :
- ; Postnatale Inkektion: bezeichnet die Erregerübertragung nach der Geburt, z. B. durch die Muttermilch.

Sonderbezeichnungen:


- ; präpatente Infektion: Bezeichnet die Phase einer Parasiteninfektion von der Aufnahme bzw. dem Eindringen infektionsfähiger Parasitenstadien in einen Organismus bis zu deren abgeschlossener Entwicklung zu ausgewachsenen, eierlegenden Parasiten und zum Auftreten ihrer Fortpflanzungsprodukte in den jeweiligen Körperausscheidungen des Wirtes.
- ; patente Infektion: Bezeichnet die Phase einer Parasiteninfektion eines Organismus ab dem Zeitpunkt der abgeschlossenen Entwicklung der Eindringlinge zu ausgewachsenen, eierlegenden Parasiten und dem ersten Auftreten ihrer Fortpflanzungsprodukte in den Körperausscheidungen des Wirtes. Diese Begriffe werden in erster Linie in der Veterinärmedizin für eine Infektion mit Darmparasiten wie Würmer (Helminthen) bei Kleintieren und in der Humanmedizin bei Zoonosen verwendet.

Symptome

Typische Symptome einer Infektionskrankheit sind Entzündungen, also Rötungen, Schwellungen, evtl. mit Juckreiz oder Schmerz und lokaler oder allgemeiner Erwärmung (Fieber). Dazu kommen organzpezifische Abwehrerscheinungen oder Funktionsstörungen. Sehr häufig sind Atemwegsinfektionen mit Husten bei Rachenentzündung, Heiserkeit bei Kehlkopfentzündung, Schnupfen, Schluckbeschwerden bei Mandelentzündung, bei Lungenentzündung evtl. Auswurf. Auch Karies ist eine Infektionskrankheit. Wohl am zweithäufigsten sind Darminfektionen mit Durchfall, evtl. Krämpfen und Schmerzen, sie können sich auf die Leber ausweiten und eine Gelbsucht verursachen. Andere Beispiele wären Infektionen an der Haut oder an den Harnwegen. Banale Infekte sind typische Kinderkrankheiten. Die Symptomatik einer Infektionskrankheit hängt also zum einen mit der Schadwirkung des Erregers zusammen, zum anderen aber auch mit der Reaktion des Immunsystems. Entsprechend sind Infektionen bei Menschen mit schwachem Immunsystem oft gefährlich unauffällig und schwer zu diagnostizieren, weil Fieber, Krankheitsgefühl und Entzündungsparameter im Blut und Infiltrate in der Lunge fehlen. Typische Notfälle sind eine Hirnhautentzündung, eine schwere Sepsis (z.B. Waterhouse-Friedrichsen-Syndrom), eine Nierenbeckenentzündung bei Säuglingen. Schleichend, aber auch sehr gefährlich ist eine Herzklappenentzündung oder eine Herzmuskelentzündung. Vor allem bei geschwächtem Immunsystem (Immunsuppression, Aids, Alter) kann auch eine Lungenentzündung oder jede andere Infektion gefährlich sein.

Diagnostik

Eine wichtige Voraussetzung zur Bekämpfung einer Infektionskrankheit ist eine genaue Diagnose, d. h. das Erkennen des Erregers und seiner Eigenschaften. In Fällen mit bedrohlichem Krankheitsverlauf kann eine genaue Diagnose bei einer schweren Infektionserkrankung allerdings nicht abgewartet werden, sondern es wird mit Antibiotika oder Antimykotika eine Therapie begonnen, die alle wahrscheinlichen Erreger, wie z.B. zunächst Bakterien und Pilze, treffen soll (kalkulierte Therapie). Deuten jedoch alle Anzeichen auf Viren als Erreger, ist ggf. der sofortige Einsatz von Virustatika erforderlich. Viele Bakterien und auch Pilze lassen sich auf Blutagar oder ähnlichen Nährmedien anzüchten. Außerdem kann man sie nach Färbung (z.B. Gramfärbung) unter dem Lichtmikroskop betrachten. Bei Viren oder intrazellulären Bakterien wäre dazu eine Zellkultur bzw. ein Elektronenmikroskop nötig. Für den klinischen Einsatz praktikabler sind oft modernere Methoden, die in Labors durchgeführt werden. Bei molekularbiologischen Methoden weist man Erbinformation des Erregers z.B. mittels der PCR nach. Bei immunologischen Methoden weist man Antikörper nach, die das Immunsystem gegen spezifische Oberflächenstrukturen, sog. Antigene bildet, oder man benutzt umgekehrt Antikörper, um Antigene des Erregers nachzuweisen. Es gibt auch andere charakteristische Bestandteile bestimmter Erreger, die man nachweisen kann (z.B. Hämagglutinin). Tierversuche sind heute nur noch in Ausnahmefällen erforderlich, z.B. bei Tetanus. Tuberkulose wird auch durch Hauttests diagnostiziert (TINE-Test, Mantoux-Test).

Prävention und Therapie

Hygiene und Impfungen haben maßgeblich zur Verringerung von Infektionskrankheiten beigetragen. Im medizinischen Bereich sind routinemäßige Desinfektionen der Hände und Verwendung von sterilem Material nötig. Auf der anderen Seite beachtet man heute die Widerstandsfahigkeit des Organismus und seines Immunsystems stärker. Sie lässt sich durch gesunde Ernährung, Abhärtung und körperliche und seelische Ausgeglichenheit steigern. Nötigenfalls werden Infektionen mit Antibiotika, Virostatika, Antimykotika oder Antihelminthika bekämpft. Auch Hausmittel und Pflanzenheilkunde haben ihre Berechtigung. Viele Heilpflanzen wirken antibakteriell, teilweise auch antiviral und antimykotisch (z. B. Rettich und Kapuzinerkresse). Bei Virusinfektionen ist Vitamin C hilfreich, ferner Zink.

Weblinks


- [http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/1074.htm Hygienemanagement - Norovirus als Erreger von Gastroenteritiden]
- [http://216.239.33.100/search?q=cache:gmkfZ-2gqfAC:www.meb.uni-bonn.de/hygiene/Englisch/0010infektionskrankheiten-Internet.doc+Todesf%C3%A4lle+zehn+h%C3%A4ufigsten+Infektionskrankheiten+der+Welt+Weltgesundheitsbericht+1996&hl=de&ie=UTF-8 Medizinische Risikobewertung von Infektionskrankheiten]
- [http://www.rki.de/INFEKT/INFEKT.HTM Gute Zusammenfassungen über verschiedene Infektionskrankheiten durch das RKI]
- Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin
  - http://www.mpiib-berlin.mpg.de/
- GBF - Helmholtzzentrum für Infektionsforschung in Braunschweig
  - http://www.gbf.de Kategorie:Infektionskrankheit ja:感染 simple:Infection

Enterohämorrhagische Colitis

Die Enterohämorrhaghische Colitis (von enteros: Darm, hämmorrhagisch: blutend) ist eine schwere Enteritis (Entzündung des Darms, hervorgerufen durch sogenannte enterohämorrhagische Escherichia coli Bakterien (EHEC). Wiederkäuer, vor allem Rinder, Schafe und Ziegen, aber auch Wildwiederkäuer (v.a. Rehe und Hirsche) werden als Hauptreservoir für EHEC angesehen. EHEC-Infektionen können zu schweren Darmentzündungen mit blutig-wässrigem Durchfall und starken Unterleibskrämpfen führen. Besonders bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren Menschen und Abwehrgeschwächten kann es unter Umständen zu dramatischen und lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen kommen. Die EHEC-Bakterien können auch ein sehr schweres systemisches Krankheitsbild verursachen, das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). Dieses Krankheitsbild kann zu einem schweren Nierenversagen führen, bei dem in den meisten Fällen eine Dialyse durchgeführt werden muss. Bei fünf Prozent der aufgetretenen HUS-Fälle kommt es zu einer dauerhaften Nierenschädigung. Diese Patienten können nach überstandener akuter Erkrankung letztlich nur durch eine Nierentransplantation geheilt werden. Kategorie:Gastroenterologie Kategorie:Infektionskrankheit Kategorie:Meldepflichtige Krankheit

Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura

Die Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (auch thrombotisch-thrombopenische Purpura oder Moschcowitz-Syndrom, abgekürzt TTP) ist eine seltene und lebensbedrohliche Erkrankung durch eine vermehrte Blutgerinnung in sehr kleinen Blutgefäßen. Die Verstopfung der Gefäße führt zu sekundären Organschäden besonders im Gehirn und in den Nieren und unbehandelt bei etwa 90 Prozent der Betroffenen zum Tode. Auch bei Anwendung der heute etablierten Therapieverfahren liegt die Sterblichkeit noch bei 10 bis 30 Prozent. Zur Häufigkeit der TTP liegen keine exakten Daten vor, allgemein wird eine Inzidenz von 3-10 pro 1 Mio. Einwohner pro Jahr angenommen.

Pathophysiologie

Die TTP wird ebenso wie das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) als thrombotische Mikroangiopathie (TMP) bezeichnet. Beide Erkrankungen sind durch eine intravasale Gerinnungsstörung mit thrombotischen Verschlüssen kleinerer Arteriolen und Kapillaren gekennzeichnet, in deren Folge dann eine Coombs-Test-negative hämolytische Anämie und eine Thrombozytopenie auftreten. Vermutlich gibt es verschiedene Ursachen für die Entstehung dieser Mikrothromben. Neben einer Schädigung des Endothels mit Aktivierung von Mediatoren und Gerinnungsfaktoren sind genetische Defekte eines eiweißspaltenden Enzyms (Protease) bekannt, die bei einigen Patienten eine TTP auslösen können.

Einteilung

Bislang existiert keine allgemein anerkannte Klassifikation der TTP. Verschiedenen realistische Hypothesen zur Pathophysiologie folgend, wird heute oft zwischen idiopathischer, sekundärer und familiärer TTP unterschieden.

Idiopathische TTP

Die idiopathische TTP gilt als Autoimmunkrankheit ungeklärter Ursache mit Autoantikörpern gegen die Protease ADAMTS-13 (s. u.).

Sekundäre TTP

Die sekundäre TTP wird durch Medikamente (z. B. Ticlopidin, fraglich auch Clopidogrel) oder andere Faktoren (z. B. Vergiftung mit hochkonzentrierter Essigsäure) verursacht oder tritt in der Folge von viralen oder bakteriellen Infekten auf.

Familiäre TTP

Die familiäre oder hereditäre TTP (Upshaw-Shulman-Syndrom) wird durch einen Gendefekt am sogenannten ADAMTS13-Gen auf dem Chromosom 9q34 verursacht. Dieses Gen steuert die Produktion der vWF-Protease (genannt ADAMTS-13 von ADisintegrin-like And Metalloprotease with ThromboSpondin type 1 motif), die für die Spaltung des von-Willebrand-Faktors (vWF) verantwortlich ist. Insgesamt existieren mindestens 12 verschiedenen Mutationen des ADAMTS-13-Gens, die ineffektive vWF-Proteasen erzeugen. Bei der akuten TTP beträgt die Aktivität der ADAMTS-13 meist weniger als 5 Prozent der im normalen Serum gemessenen Aktivität.

Diagnostik

Das klinische Bild wird oft von den klassischen fünf Symptomen bzw. Krankheitszeichen bestimmt, die 1925 erstmals von Moschcowitz beschrieben wurden:
- Neurologische Symptome wie Kopfschmerz, Schlaganfall oder Verhaltensauffälligkeit bei circa 65 Prozent der Patienten.
- Niereninsuffizienz bei etwa der Hälfte der Patienten.
- Fieber bei etwa einem Drittel.
- Thrombozytopenie mit Blutergüssen und Purpura.
- Hämolytische Anämie Im Blutbild finden sich neben der Thrombozytopenie (oft < 20/µl) eine meist normochrome Anämie, im Blutausstrich häufig zerstörte Erythrozyten (sogenannte Fragmentozyten oder Schistozyten). Als Zeichen der Hämolyse ist die LDH stark erhöht und das Haptoglobin vemindert.

Therapie

Über das optimale Therapieregime bei den verschiedenen Formen der TTP besteht kein Konsens. Bereits eine konsequente supportive Therapie inkl. Dialyse senkt die Mortalität der TTP deutlich. Zusätzlich haben sich die Plasmasubstitution (z. B. fresh frozen plasma) und die Plasmapherese etabliert. Häufig werden Corticosteroide und ASS, neuerdings bei Patienten mit Autoantikörpern gegen ADAMTS13 auch Immunsuppressiva wie Vincristin, Cyclosporin oder Rituximab eingesetzt. Bei Patienten mit nachgewiesenen Autoantikörpern und unzureichendem Ansprechen auf die medikamentöse Therapie wird eine Splenektomie empfohlen.

Weblinks

[http://www.eggimann.de Selbsthilfegruppe] Kategorie:Innere_Medizin Kategorie:Hämatologie

2001

Ereignisse

Jahreswidmungen


- 2001 ist „Internationales Jahr der Mobilisierung gegen Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängende Intoleranz“ (UNO)
- 2001 ist „Jahr des Dialogs zwischen den Kulturen“ (UNO)
- 2001 ist „Internationales Jahr der Freiwilligen“ (UNO)
- Die Mäandertrüffel (Choiromyces meandriformis) ist Pilz des Jahres (Deutsche Gesellschaft für Mykologie)
- Der Haubentaucher (Podiceps cristatus) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Die Esche (Fraxinus excelsior) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Die Herbst-Drehwurz (Spiranthes spiralis) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)
- Der Feldhase (Lepus europaeus) ist Tier des Jahres (Schutzgemeinschaft Deutsches Wild)
- Die Glockenblume (Campanula) ist Staude des Jahres (Bund deutscher Staudengärtner)

Politik


- 1. Januar: Moritz Leuenberger wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Griechenland. Beitritt zur Wirtschafts- und Währungsunion
- 6. Januar: Parlamentswahlen in Thailand
- 6. Januar: Ariel Scharon wird zum neuen Ministerpräsidenten Israels gewählt
- 7. Januar: John Agyekum Kufuor wird Staatspräsident von Ghana
- 14. Januar: Dr. Jorge Sampaio wird als Staatspräsident in Portugal in seinem Amt bestätigt
- 20. Januar: Gloria Macapagal Arroyo wird Staatspräsidentin auf den Philippinen
- 20. Januar: George W. Bush wird zum neuen Präsidenten der USA vereidigt
- 25. Januar: Armenien wird in den Europarat aufgenommen
- 25. Januar: Aserbaidschan wird in den Europarat aufgenommen
- 26. Januar: Demokratische Republik Kongo. Joseph Kabila wird Staatspräsident
- 2. Februar: José Maria Neves wird Premierminister von Kap Verde
- 7. Februar: Ariel Sharon wird Ministerpräsident von Israel
- 16. Februar: US-amerikanische und britische Kampfflugzeuge bombardieren Ziele nahe Bagdad, da der Irak gegen das Flugverbot verstoßen habe
- 20. Februar: Erste Kommunalwahlen im Jemen
- 25. Februar: Pedro Pires wird Staatspräsident vom Kap Verde
- 25. Februar: Republik Moldau. Parlamentswahlen
- 26. Februar: Vertrag von Nizza, die Erweiterung der EU betreffend, unterzeichnet
- 1. März: Bulgarien. Volkszählung (bis 15. März)
- 4. März: In einer Volksabstimmung der Schweiz stimmen 76,7 % der Wahlbeteiligten für die Verfassungsinitiative „Ja zu Europa“ und damit gegen einen EU-Beitritt der Schweiz. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,7 %
- 7. März: Algerien und Deutschland schließen ein Seeschifffahrtsabkommen
- 7. März: Dileita Mohamed Dileita wird Premierminister in Dschibuti
- 12. März: Die UNESCO bestätigt, dass Taliban zwei der größten aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. stammenden Buddha-Statuen in Bamiyan, Afghanistan, zerstört haben
- 16. März: Katar. Der Streit um die Hawar-Inseln wird beendet durch Urteil des Internationalen Gerichtshofs
- 18. März: Die Gewerkschaft Ver.di wird in Berlin gegründet
- 25. März: Norwegen ist Mitglied des Schengener Abkommen
- 27. März: Laos. Bounnhang Vorachit wird Ministerpräsident
- 31. März: Sturz des Staatspräsidenten Bernard Dowiyogo von Nauru durch Misstrauensvotum
- 4. April: Vladimir Voronin wird Staatspräsident von der Republik Moldau
- 4. April: Silvia Cartwright wird Generalgouverneurin (Staatsoberhaupt) von Neuseeland
- 15. April: Der Investitionsschutz- und Förderungsvertrag zwischen Deutschland und El Salvador tritt in Kraft
- 29. April: Parlamentswahlen in Senegal
- 8. Mai: Serbien und Montenegro wird Mitglied in der Weltbank
- 13. Mai: Mazedonien. 6. Regierungsumbildung
- 22. Mai: Taliban erwägen, Hindus in Afghanistan zum Tragen einer Markierung zu verpflichten
- 29. Mai: König Abdullah II. von Jordanien auf Staatsbesuch in Deutschland
- 30. Mai: Die Kulturkommission zwischen Kanada und Deutschland trifft in Berlin zusammen
- 1. Juni: Interimsabkommen zwischen Mazedonien und der EU
- 1. Juni: Blutbad in Nepal. König Birendra und fast die ganze Familie wurden durch den Sohn Birendras getötet, der sich anschließend selbst tötet
- 4. Juni: Prinz Gyanendra Bir Bikram wird König von Nepal
- 7. Juni: Großbritannien. Wiederwahl von Tony Blair als Premierminister
- 8. Juni: Iran. Wiederwahl von Mohammad Chātemī zum Staatspräsidenten
- 16. Juni: Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen wird durch ein Misstrauensvotum im Zusammenhang mit dem Berliner Bankenskandal gestürzt. Sein Nachfolger wird Klaus Wowereit
- 17. Juni: Parlamentswahlen in Bulgarien
- 18. Juni: Mazedonien beendet die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan
- 19. Juni: Mazedonien nimmt diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China auf
- 20. Juni: Pervez Musharraf wird Staatsoberhaupt in Pakistan
- 20. Juni: Pakistan. Das Parlament wird aufgelöst
- 24. Juni: Ilir Meta wird Regierungschef in Albanien
- 26. Juni: Bundeskanzler Gerhard Schröder besucht Ljubljana, Slowenien
- 28. Juni: Rumänien erhält Beobachterstatus in der OECD
- 28. Juni: Jugoslawien. Auslieferung von Ex-Präsident Milosevic an den Internationalen Strafgerichtshof
- 6. Juli: Weitere Länder erhöhen bei einer Konferenz in Genf, Schweiz, die an Burundi durch Frankreich zugesagten 440 Mio. USD auf 830 Mio. USD
- 20.: 22. Juli: In Genua findet der G8 Wirtschaftsgipfel statt. Dieser erlangt traurige Popularität, aufgrund der teilweise menschenrechtsverletzenden Brutalität der italienischen Polizei
- 23. Juli: Indonesien. Abdurrahman Wahid verliert sein Amt als Präsident. Frau Megawati Soekarnoputri wird neue Präsidentin
- 24. Juli: Bulgarien. Der ehemalige Zar Simeon II. wird zum Ministerpräsidenten gewählt
- 28. Juli: Dr. Alejandro Toledo Manrique wird Staatspräsident in Peru
- 5. August: Taliban schließen eine Shelter Now International Agentur in Afghanistan und nehmen 24 Mitarbeiter fest, da diese versucht hätten Muslime zum Christentum zu missionieren. Diese Tätigkeit kann in Afghanistan mit dem Tode bestraft werden
- 6. August: Bolivien. Präsident Banzer tritt wegen schwerer Krankheit zurück
- 14. August: Mexiko. Verfassungsänderung tritt in Kraft
- 27. August: Mazedonien. Beginn NATO-Operation „Essential Harvest“ (Waffeneinsammeln)
- 2. September: France Albert René wird als Staatspräsident auf den Seychellen in seinem Amt bestätigt
- 10. September: Parlamentswahlen in Norwegen
- 11. September: Terroranschläge in den USA auf das World Trade Center und das Pentagon
- 17. September: Republik Niger. Regierungsumbildung
- 21. September: Arnold Rüütel wird Staatspräsident in Estland
- 23. September: Parlamentswahlen in Polen
- 24. September: Das Freihandelsabkommen zwischen Jordanien und USA tritt in Kraft
- 27. September: Beim Zuger Attentat werden 14 Politiker von Friedrich Leibacher mit einem Sturmgewehr umgebracht
- 4. Oktober: Mazedonien. Beginn NATO-Operation „Amber Fox“
- 7. Oktober: Unter Präsident George W. Bush beginnen die Streitkräfte der USA ohne UNO-Mandat mit Luftangriffen auf das Gebiet Afghanistans und töten in den nachfolgenden Monaten über 1000 Zivilisten pro Woche. Dabei kommen auch Streubomben zum Einsatz. Die Ergreifung oder Tötung von Osama Bin Laden und Taliban-Chef Mullah Omar misslingt ihnen jedoch
- 11. Oktober: König Abdullah II. von Jordanien auf Staatsbesuch in Deutschland
- 19. Oktober: Parlamentswahlen in der Mongolei
- 19. Oktober: Kjell Magne Bondevik wird Ministerpräsident in Norwegen
- 19. Oktober: Leszek Miller wird Regierungschef in Polen
- 20. Oktober: Serbien und Montenegro wird Mitglied im IWF (Internationaler Währungsfond)
- 29. Oktober: Das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen zwischen Kroatien und der EU wird in Luxemburg unterzeichnet
- 3. November: Neuwahlen in Singapur
- 5. November: Parlamentwahlen in Aserbaidschan
- 10. November: Australien. Wahlen zum Repräsentantenhaus
- 24. November: Aserbaidschan. Prof. Dr. Murtuz Aleskerov wird zum Parlamentspräsident gewählt
- 27. November: Beginn der Afghanistan-Konferenz „UN Talks on Afghanistan“ auf dem Petersberg bei Königswinter
- 30. November: Mazedonien. 7. Regierungsumbildung
- 2. Dezember: Volksabstimmung in der Schweiz über Abschaffung der Armee
- 8. Dezember: Verabschiedung des „EU-Japan-Action-Plans“
- 11. Dezember: Die Volksrepublik China tritt der Welthandelsorganisation WTO bei
- 16. Dezember: Parlamentswahlen in Chile
- 16. Dezember: Präsidentschaftswahl in Madagaskar
- 22. Dezember: Der Deutsche Bundestag stimmt der Entsendung deutscher Streitkräfte zur Umsetzung der Resolution 1386 des UN-Sicherheitsrates mit großer Mehrheit zu
- 22. Dezember: In Kabul wird Hamid Karsai zum Chef der Übergangsregierung ernannt
- 23. Dezember: Komoren. Annahme der neuen Verfassung durch Referendum
- 27. Dezember: Wahlen in Sambia
- 31. Dezember: Lettland. Die OSZE-Beobachtung wird beendet

Katastrophen


- 13. Januar: Ein Erdbeben der Stärke 7,7 in El Salvador. 852 Tote
- 26. Januar: Erdbeben der Stärke 7,7 in Indien, ca. 20.000 Tote
- 1. Februar: Angolanische Rebellen schossen über Luena, Angola, eine angolanische Militärmaschine vom Typ Antonow An-26 ab. Alle 22 Insassen kamen ums Leben
- 13. Februar: Ein Erdbeben der Stärke 6,6 in El Salvador. 315 Tote
- 4. März: Nähe Unadilla, Georgia, USA. Eine Militärmaschine, auf dem Weg von Florida nach Virginia, stürzte brennend ab. Alle 21 Soldaten und die 3 Personen der Crew starben
- 29. März: Aspen, Colorado, USA. Absturz einer Verkehrsmaschine von Los Angeles kommend. Alle 18 Menschen an Bord starben
- 3. Mai: Nach sintflutartigen Regenfällen kommt es zu einem Jahrhunderthochwasser im Oberbergischen Kreis, Deutschland: Die Flüsse Wiehl und Agger waren stark betroffen
- 23. Juni: Ein Erdbeben der Stärke 8,4 nahe der Küste von Peru. 138 Tote
- 3. Juli: Irkutsk, Russland. Eine Tupolew Tu-154 der Vladivostok Avia stürzte beim 3. Landeanflugversuch ab. Alle 145 Menschen an Bord starben
- 20. Juli: Der 23 jährige Carlo Giuliani wird während einer Demonstration im Rahmen des G8 Gipfels in Genua von einem Carabinieri erschossen
- 11. September: Am Morgen des 11. September 2001 wurde ein terroristischer Angriff gleichzeitig in New York City, Washington, D.C. und in der Nähe von Pittsburgh verübt. Vier Passagierjets wurden gekapert, davon wurden zwei in die Türme des World Trade Centers (WTC), welches daraufhin einstürzte, und eines in das Pentagon gesteuert. Das vierte Fl